schoenheitsideale

Schönheitsideale

Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters, dennoch streben die meisten nach einer normierten Perfektion. Doch Attraktivität ist höchst individuell und je nach Epoche und Kultur sehr unterschiedlich. Eine jugendliche, makellose Haut gefällt jedoch immer.

Von irmie Schüch-Schamburek

 

Blond oder brünett, dick oder dünn, gross oder klein? Es ist nicht leicht zu sagen, was schön ist. Ein seit der Antike bekannter Aspekt ist Symmetrie, also ein gleichmässig verteiltes Aussehen. Weitere wichtige Merkmale sind Jugendlichkeit, Geschlechtsdimorphismus und Durchschnittlichkeit. So erstaunlich das auch klingt, es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Durchschnittlichkeit für unser Gehirn schön ist – somit sind also mehr Menschen schön, als wir annehmen würden. Ebenso wichtig: Die Persönlichkeit, Stimme und Geruch.

Eine weitere wichtige Definition von Schönheit ist Harmonie. Diese hängt allerdings nicht nur von den Einzelteilen selbst, sondern ihrem Zusammenspiel untereinander ab. Nase, Augen, Lippen, alles kann einzeln betrachtet perfekt sein, aber oft lähmt diese Perfektion die Attraktivität. Das untermauern auch Studien, in denen das Gesicht gespiegelt wurde, also eine mathematisch exakte Symmetrie ergibt. Diese Ergebnisse wurden weniger attraktiv empfunden als die ungleichen Originale. Eine Frau mit einer enormen Nase, seltsamen Augen oder Lippen kann sehr faszinierend sein – und dadurch viel attraktiver wirken. Psychologisch wird dies erklärt, dass es als langweilig empfunden wird, wenn das Gesicht nichts Interessantes zum Schauen bietet. Auf diesem Wissen basieren Schminktechniken, wie Contouring oder Strobbing, die gewisse Gesichtspartien «ins rechte Licht rücken» und andere aus dem Fokus des Betrachters nehmen.

«Das Glatte ist die Signatur der Gegenwart», behauptet der Berliner Pop-Philosoph Byung-Chul Han, der dies nicht nur in der Kunst, sondern auch in Beautytrends erkennt. Tatsächlich entspricht auch eine glatte, pralle, ebenmässige Haut unserem aktuellen Schönheitsideal – und diese Eigenschaften sind auch ein Zeichen von Jugendlichkeit, was erklärt, weshalb sich die ganze Kosmetikindustrie darauf spezialisiert hat. Dank innovativer Hightechformeln und effektiver Wirkstoffe verhelfen Beautyprodukte zu einem makelloseren Hautbild. Sie minimieren Unreinheiten, Pigmentverschiebungen, Irritationen, sowie Linien und Falten, verjüngen und sorgen für einen glatten, prallen, strahlenden Teint.

Der wichtige Schönheitsparameter ist aber immer noch Sympathie – und diese steigt mit einem Lächeln. «Ein Lächeln ist oft das Wesentliche», wusste schon der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry. ■

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