Aufgetischte Irrtümer rund ums Essen

Mythos oder Tatsache – Aufgetischte Irrtümer rund ums Essen
Mythos oder Tatsache

falsch

Roh macht froh – Stars wie Gwy­neth Palt­row schwö­ren auf unge­koch­tes Gemü­se. Sie füh­ren dazu ins Feld, dass Kochen die Vit­ami­ne zer­stört. Muss man also ein schlech­tes Gewis­sen haben, wenn man bei der Zube­rei­tung von Rüeb­li und Kon­sor­ten nicht nur zum Rüst­mes­ser, son­dern auch zur Pfan­ne greift? Im Fall von grü­nen Boh­nen ist das Kochen ein Muss, denn sie füh­ren roh zu schwe­ren Ver­gif­tungs­schä­den. Ver­ant­wort­lich dafür ist ein zucker-bin­den­des Eiweiss, das tem­pe­ra­tur­an­fäl­lig ist und sich beim Kochen nach 15 Minu­ten auf­löst.

Toma­ten ent­hal­ten Lyco­pin. Der Stoff wirkt ent­zün­dungs­hem­mend und hat aus­ser­dem eine för­der­li­che Wir­kung für das Herz-Kreis­lauf-Sys­tem. Durch sei­ne anti­oxi­da­ti­ve Wir­kung schützt er die Zel­len vor Radi­ka­len. Das Pro­blem: In rohem Zustand kommt unser Kör­per nur schwer an das Lyco­pin her­an. Erst im gekoch­ten Zustand ist es für ihn ­ver­füg­bar. Das Glei­che gilt auch für Karot­ten. Der Kör­per kann das für die Haut wert­vol­le Beta-Caro­tin bes­ser absor­bie­ren, wenn die Wur­zeln gekocht sind. Zudem braucht es etwas Fett dazu. Am Abend belas­tet Roh­kost unse­ren Orga­nis­mus. Gekoch­tes Gemü­se, zum Bei­spiel als Sup­pe, ist bes­ser ver­dau­lich. Beim Kochen von Gemü­se gilt, dass es nicht im Koch­topf stun­den­lang ertränkt wer­den soll. Im Dampf, im Ofen oder gebra­ten behält Gemü­se sei­ne Vit­ami­ne. Und kna­ckig schmeckt es erst noch bes­ser als zer­kocht.

wahr

Wer auf sei­ne Figur ach­ten will, sol­le abends nicht schlem­men, hört man immer wie­der. Stimmt das? Ja – obwohl für die Figur natür­lich die Anzahl auf­genommener Kalo­ri­en ver­ant­wort­lich ist und nicht die Urzeit der Mahl­zei­ten.

Lau­ra Koch schreibt in ihrem Buch «Essen genies­sen gesund blei­ben», dass eine leich­te abend­li­che Mahl­zeit die Ver­dau­ung weni­ger belas­te und uns bes­ser schla­fen las­se. Las­se man das Abend­essen aus­fal­len, dann kön­ne man die nächt­li­che Nüch­tern­pha­se auf 16 bis 18 Stun­den ver­län­gern. Der Vor­teil dabei sei es, so Koch, dass das Enzym ­«Sirutin‑1» akti­viert wer­de, das die Fett­ver­bren­nung pusche.

Der mensch­li­che Kör­per, so Koch, sei nicht auf den Nah­rungs­über­fluss ein­ge­stellt, des­halb hel­fe Inter­vall- oder inter­mit­tie­ren­des Fas­ten gegen zahl­rei­che Zivi­li­sa­ti­ons­krank­hei­ten. Gemäss Koch nimmt die Ver­dau­ungs­kraft gemäss dem Bio­rhyth­mus nach 19 Uhr deut­lich ab. Sie emp­fiehlt ein gemü­se­ba­sier­tes leich­tes Abend­essen.

Übri­gens: Vie­le Koh­le­hy­drat­lie­fe­rer sind «Hun­ger­ma­cher», weil sie den Blut­zu­cker­spie­gel zuerst in die Höhe jagen und dann abfal­len las­sen. Wer ­Hun­ger hat, isst mehr und nimmt so mehr Kalo­ri­en zu sich. Von Weiss­mehl und Zucker soll­te man also abends die Fin­ger las­sen.