Blaues Licht

Mythos oder Tatsache – Blaues Licht
Mythos oder Tatsache

falsch

Blau­es Licht ist der Takt­ge­ber unse­rer inne­ren Uhr. Es ist natür­li­cher­wei­se in der Son­nen­strah­lung ent­hal­ten – und im Licht, das Com­pu­ter­bild­schir­me, Smart­pho­nes oder ener­gie­ef­fi­zi­en­te LED-Lam­pen aus­strah­len. Vie­le mei­nen, blau­es Licht sei per se schäd­lich. Das stimmt aber so nicht. Licht ist unser Lebens­eli­xier, es bringt uns in Schwung und führt zur Aus­schüt­tung von Glücks­hor­mo­nen. Aller­dings ist Licht im Win­ter teil­wei­se ein rares Gut, zum Bei­spiel bei Hoch­ne­bel­si­tua­tio­nen.

Das Pro­blem: Wegen der stän­di­gen Unter­be­lich­tung im Win­ter schüt­tet die Zir­bel­drü­se fast unge­bremst das Schlaf­hor­mon Mela­to­nin aus. Unter die­sem Ein­fluss schal­tet unser Kör­per einen Gang run­ter. Immer­hin fünf bis 20 Pro­zent der Gesamt­be­völ­ke­rung ent­wi­ckeln im Win­ter «Licht-Man­gel­er­schei­nun­gen.» Künst­li­ches Licht schafft Abhil­fe. Lam­pen, die Tages­licht simu­lie­ren, füh­ren zu zahl­rei­chen gesund­heit­li­chen Bene­fits, wes­halb etwa die Ber­li­ner Cha­rité in ihrer Inten­siv­ab­tei­lung rie­si­ge LED-Lam­pen auf­ge­stellt hat.

Eine Stu­die des Maas­tricht Uni­ver­si­ty Medi­cal Cen­ter hat gezeigt, dass Men­schen, die tags­über genü­gend Licht erhal­ten, abends bes­ser ein­schla­fen und nachts sel­te­ner wach wer­den. Schlaf ist für die Schön­heit sehr wich­tig. Des­halb soll­te man an trü­ben und dunk­len Tagen tags­über ruhig die Lam­pen anschal­ten.

wahr

Im Bett noch schnell ein You­tube-Video auf dem Smart­pho­ne gucken oder den Fern­se­her zum Ein­schla­fen lau­fen las­sen – das machen vie­le. Stimmt es aller­dings, dass es schlecht für die Haut ist, wie man immer wie­der hört? Denn es han­delt sich um das glei­che Licht, das auch die Son­ne emit­tiert.

Die Wis­sen­schaft­ler von Estée Lau­der woll­ten wis­sen, wel­chen Ein­fluss das blaue und vio­let­te Licht auf die Haut hat. «Dazu haben wir eine spe­zi­el­le Kam­mer ent­wor­fen und dabei LED-Licht ein­ge­setzt», erzählt Nadi­ne Per­nodet, For­schungs­lei­te­rin von Estée Lau­der. «Wir haben eine Rei­he von Expe­ri­men­ten durch­ge­führt, um die Wir­kung von Blau­licht auf die Zell­re­ge­ne­ra­ti­on zu ergrün­den.» Die­se Zell­re­ge­ne­ra­ti­on fin­det typi­scher­wei­se nachts, also im Dun­keln statt. Bei den In-Vitro-Tests wur­den Haut­zel­len Blau­licht aus­ge­setzt und deren Akti­vi­tät bis zu drei Stun­den danach aus­ge­wer­tet.

«Es hat sich gezeigt, dass offen­bar das Blau­licht den Rhyth­mus der Zel­len stört. Das Licht sug­ge­riert ihnen, dass nach wie vor Tag ist. Das ver­hin­dert, dass sie ihren natür­li­chen nächt­li­chen Rege­ne­ra­ti­ons­pro­zess in Gang set­zen», berich­tet Per­nodet. «Und wenn die­ser wich­ti­ge natür­li­che Pro­zess in der Nacht gestört wird, dann gibt es eine Scha­dens­ak­ku­mu­la­ti­on, die zu sicht­ba­ren Anzei­chen von Haut­al­te­rung füh­ren kann.»