Parfüms haben zwei Seelen

Lluís Plà, CEO von Angelini Beauty, erzählt im Interview, wie erfolgreiche Düfte entstehen.

Ange­li­ni Beau­ty bringt gera­de einen neu­en Duft her­aus: Fore­ver Tou­che d’Argent von Lau­ra Bia­giot­ti. Wie läuft die Ent­wick­lung eines sol­chen Duf­tes ab?
Lluís Plà: Tou­che d’Argent ver­schiebt die olfak­to­ri­sche Pyra­mi­de von Fore­ver in Rich­tung hel­le­rer, fest­li­che­rer Noten. Unser Auf­trag an die Par­fü­meu­re war es, den ver­füh­re­ri­schen, metal­li­schen Duft von Sil­ber zu ent­wer­fen. Der krea­ti­ve Pro­zess beginnt immer mit Tref­fen mit den Par­fü­meu­ren, bei dem wir das Kon­zept und die Visi­on erklä­ren, die wir mit der Lan­cie­rung ver­mit­teln wol­len. Danach kom­men sie mit ver­schie­de­nen Vor­schlä­gen, die wir ana­ly­sie­ren, dis­ku­tie­ren und wei­ter­ent­wi­ckeln, bis wir zu dem Ergeb­nis kom­men, das wir für per­fekt hal­ten. Es ist ein lan­ger und kom­pli­zier­ter Pro­zess, aber die Mis­si­on von Ange­li­ni Beau­ty ist es, magi­sche, ein­zig­ar­ti­ge Pro­duk­te zu kre­ieren.

Frau­en, die Par­füm kau­fen, wol­len attrak­tiv und ver­füh­re­risch wir­ken. Was soll­ten sie bei der Wahl eines Duf­tes beach­ten?
Mei­ner Mei­nung nach hat ein Par­füm zwei See­len: eine ist intro­spek­tiv und die ande­re ist kom­mu­ni­ka­tiv. Letz­te­res hängt mit der Art und Wei­se zusam­men, wie wir uns ande­ren gegen­über prä­sen­tie­ren und mit dem Image, das wir ver­mit­teln wol­len. Für Frau­en hat es auch viel mit dem Ver­gnü­gen zu tun, ande­re zu ver­füh­ren und anzu­zie­hen. Aber mich fas­zi­niert auch die ande­re See­le. Par­füms geben einem ein gutes Gefühl und schär­fen die Sin­ne. Sie ent­span­nen einen und rufen ange­neh­me Emp­fin­dun­gen her­vor. Vie­le Kun­din­nen und Kun­den las­sen sich zuneh­mend von die­sem Aspekt bei der Aus­wahl eines Par­füms lei­ten. Wenn wir unse­re Par­füms ent­wi­ckeln, berück­sich­ti­gen wir bei­de Sei­ten.

«Frau­en rie­chen nach Blu­men, Män­ner rie­chen nach Holz und Leder.» Wird eine sol­che Aus­sa­ge im Jahr 2021 noch gel­ten?
Ich den­ke, dass im Jahr 2021 sowohl Män­ner als auch Frau­en «gour­mand» rie­chen wer­den. Das ist der stärks­te und jüngs­te Trend in der Duft­bran­che. Alle wer­den «Gourmand»-Düfte kau­fen.

Die Coro­na­vi­rus-Kri­se hat die Bezie­hung zwi­schen den Men­schen ver­än­dert, weil wir auf Distanz zuein­an­der sind und uns mit Mas­ken begeg­nen. Spie­len Gerü­che jetzt eine grös­se­re Rol­le?
Wenn man bedenkt, dass der Ver­lust des Geruch­sinns eines der mar­kan­tes­ten Sym­pto­me von Covid-19 ist, ist es leicht zu ver­ste­hen, wie wich­tig und bedeu­tend der Geruchs­sinn unter den fünf Sin­nen ist. Mehr denn je nut­zen wir Düf­te, um unse­re Per­sön­lich­keit aus­zu­drü­cken und etwas von uns auf ande­re zu pro­ji­zie­ren, das sofort wahr­ge­nom­men wer­den kann. Aber in letz­ter Zeit spielt der Umstand, dass Düf­te dazu bei­tra­gen, dass wir uns bes­ser füh­len, eine immer grös­se­re Rol­le. Sie wecken schö­ne Erin­ne­run­gen oder rufen posi­ti­ve Gefüh­le her­vor. Des­halb lohnt es sich auch, einen Duft zu Hau­se zu tra­gen, denn er ist ein Teil unse­rer täg­li­chen Schön­heits­rou­ti­ne und ein Moment der Selbst­für­sor­ge. Und ver­ges­sen Sie nicht, dass ein Par­füm in sei­ner Zusam­men­set­zung einen Alko­hol­ge­halt zwi­schen 70 und 80 Pro­zent hat. Man kann also sagen, dass uns Par­füms schüt­zen.