So werden Südseeträume wahr

Parfumerien-mit-Persoenlichkeit
Parfüms erzählen Geschichten, laden zu gedanklichen Reisen ein. Im Winter entfliehen wir mit ihrer Hilfe in Gegenden, in enen uns das Wetter besser zusagt.

Seit Wochen schon hängt der Him­mel tief und grau über der Schweiz. So erscheint es uns jeden­falls. Die Son­ne am Him­mel – eine ent­fern­te Erin­ne­rung. Das feucht­kal­te Wet­ter ver­miest unse­re Lau­ne zusätz­lich. Wenn uns am Mor­gen der Wecker aus den Träu­men holt, dann gibt es nur einen ein­zi­gen Grund, die war­me Bett­de­cke zu ver­las­sen: unser Par­füm im Bad. Gut, zuge­ge­ben: Unser Pflicht­ge­fühl spielt auch eine gros­se Rol­le. Aber grau­es Wet­ter lässt unse­ren inne­ren Schwei­ne­hund gross und stark wer­den. Ist da nicht eine Erkäl­tung im Anzug, flüs­tert er, wäre es nicht ver­nünf­ti­ger, lie­gen zu blei­ben? Mit dem Auf­ste­hen ist es ja so eine Sache. Bei trü­bem Wet­ter fällt es ganz klar schwe­rer. Aber man muss ja. Also schleppt man sich ins Bade­zim­mer und beginnt miss­mu­tig mit der mor­gend­li­chen Pfle­ge­rou­ti­ne. Frös­telt beim Gedan­ken an die künf­ti­gen Stun­den.

Mee­res­strand im Bade­zim­mer
Und dann geht auf ein­mal die Son­ne auf. Im Bade­zim­mer, jawohl! Man hört das sanf­te Mur­meln von Mee­res­wel­len, spürt eine war­me Bri­se auf der Haut. Nein, die Rede ist nicht von Vir­tu­al Rea­li­ty, denn eine kom­pli­zier­te Tech­nik ist für sol­che Aus­zei­ten an einem Süd­see­strand nicht von­nö­ten. Schliess­lich bil­den Par­füms eine ein­fa­che Mög­lich­keit, sich in ande­re Wel­ten zu ver­set­zen, und das den gan­zen Tag, auch im Büro, selbst wäh­rend Sit­zun­gen. Nicht dass Sie den­ken, dass Sie ver­führt wer­den soll­ten, wäh­rend der Arbeit die Gedan­ken abschwei­fen zu las­sen. Gott bewah­re! Auch ohne Tag­träu­me­rei­en mel­det unse­re Nase dem Unter­be­wusst­sein, dass wir uns an einem guten Ort befin­den. Und das wie­der­um hebt unse­re Stim­mung, auch bei lang­wei­li­gen Trak­tan­den. Was sich wie­der­um posi­tiv auf die Arbeits­leis­tung aus­wirkt.

JEAN PAUL GAUL­TIER
«Pin-Up»
PACO RABAN­NE
«Olym­péa Onyx»

Unmit­tel­ba­re Reak­ti­on
Wie das mög­lich ist? Gerü­che sind ein sehr alter Sinn. Sie sind direkt mit dem lim­bi­schen Sys­tem, einem Bereich des Gehirns, ver­bun­den. Im lim­bi­schen Sys­tem haben unter ande­rem auch die Emo­tio­nen ihren Sitz. Die Nase hat eine direk­te Ver­bin­dung zum lim­bi­schen Sys­tem, das heisst, die Infor­ma­tio­nen errei­chen das Gehirn unge­fil­tert. Dadurch ver­mö­gen Gerü­che unse­re Gefüh­le zu beein­flus­sen – in bei­de Rich­tun­gen, posi­tiv und nega­tiv. Nicht von unge­fähr sagt der Volks­mund, dass man jeman­den nicht rie­chen kann.

MOL­TON BROWN
«Fie­ry Pink Pep­per»
CAL­VIN KLEIN
«Ever­yo­ne»

Beru­hi­gen­de Wir­kung
Es gibt Par­füms mit aqua­ti­schen Noten oder mit Noten von exo­ti­schen Blü­ten oder Früch­ten, die uns in Sachen Geruch in fer­ne Län­der brin­gen. Ein Duf­t­aro­ma, das man mit der Süd­see asso­zi­iert, ist zwei­fel­los die Kokos­nuss, die an Pal­men­strän­de erin­nert. Auch ohne dass man sich in Tag­träu­me­rei­en ver­liert, wirkt die­ser Duft­stoff nach­weis­lich stim­mungs­auf­hel­lend. Vie­le Düf­te ent­hal­ten San­del­holz, das aus der Kari­bik oder Indi­en stammt. San­del­holz ist nicht nur eine sehr sinn­li­che Duft­no­te, son­dern auch eine, die beru­hi­gend, har­mo­ni­sie­rend, schüt­zend und stress­lin­dernd wirkt. Womit auch schon gesagt ist, dass sol­che Par­füms der See­le tat­säch­lich wohl­tu­en­de Aus­zei­ten schen­ken.

CHA­NEL
«Chan­ce»
CHLOÉ
«Noma­de Abso­lu de Par­fum»

Scho­te mit Wir­kung
Ein Aro­ma­stoff aus süd­li­chen Gefil­den, der die meis­ten Men­schen begeis­tert, ist Vanil­le. Sie stammt ursprüng­lich aus Mexi­ko, mitt­ler­wei­le sind auch Mada­gas­kar, Tahi­ti, Indi­en, Indo­ne­si­en, die Komo­ren sowie Papua-Neu­gui­nea Export­län­der. Vanil­le ist nicht nur in der Küche beliebt, son­dern auch bei Duft­her­stel­lern, und das seit vie­len Jahr­hun­der­ten. Im alten Mexi­ko rie­ben sich die Frau­en mit Vanil­le ein, um Män­nern den Kopf zu ver­dre­hen. Tat­säch­lich las­sen uns Par­füms mit Vanil­le­aro­men ver­füh­re­ri­scher erschei­nen. Dabei hat Vanil­le noch wei­te­re Wir­kun­gen, so min­dert auch die­ser Duft­stoss Stress­sym­pto­me. Das rich­ti­ge Rezept gegen Trüb­sal an grau­en Tagen lau­tet also: Rein ins Bade­zim­mer, Augen schlies­sen, Par­füm auf­tra­gen, den Duft auf­sau­gen, sich in die Süd­see ent­füh­ren las­sen und mit die­sen posi­ti­ven Vibes in den Tag star­ten. Wet­ten, dass dann das Grau des Him­mels nicht mehr so bedroh­lich wirkt?